Puh! Hinter mir liegen sehr anstrengende und auch traurige Wochen. Die ganze Zeit habe ich keinen Grund gesehen, das mit euch zu teilen.

Nun schon! Warum und was sich verändert hat lies selbst….

 

Meine Baustellen wuchsen wie Pilze aus dem Boden!!

Alles kam auf einmal. Alle kennen dieses Auf und Ab. Es gibt Zeiten, da läuft alles, du streifst den Gipfel des Möglichen. Alles was du dir je erträumt hattest ist da und….

und schon befindest du dich auf dem Weg nach unten. Wie auf einer Achterbahn. So läuft das ganze Leben.
Meine Beziehungen fühlten sich an, als würde ich Dauerkrieg führen (egal welche) und zu guter Letzt eine der schlimmsten Dinge, die einer Mama passieren kann. Ich hatte eine Fehlgeburt. Das war das Ende eines großen Crash, der mir zeigte wie zerbrechlich doch alles ist.

Trauerverabeitung und Yoga?

Alle Baustellen standen immer noch vor mir. Tropfnass und durcheinander von den Stürmen der letzten Tage und den Tränen der letzten Stunden. Also wollte ich den Alltag am laufen halten. Mein Sohn schrie nach Aufmerksamkeit und meine Selbständigkeit schrie noch lauter. Und meine Tränen flossen nicht. Meine Tränen waren erstickt unter einem Haufen Schutt, den ich selbst über Monate hinweg verursacht hatte.

Am Tag konnte ich einfach nicht meinen Gefühlen freien lauf lassen ich war blockiert. Ich wollte und musste nicht stark sein, aber es ist eben mein naturell zu funktionieren. Früher wurde mir das zum Verhängnis. Irgendwann floss es über den Damm, den ich in jungen Jahren vor meine Gefühle gesetzt hatte und eine Welle aus Hass, Wut, Trauer und Angst brach über mich herein. Doch nach diesem so traurigen, so intensiven Schicksalsschlag machte ich genau eine Sachen anders.

Ich setzte mich auf meine Yoga Matte übte täglich und meditierte. Ich hatte in den letzten Jahren damit schon einiges überwunden, warum also nicht auch dieses tieftraurige Erlebnis. Die Tränen kamen, Trauer überrollte mich, teilweise auch jetzt noch. Doch ich konnte es raus lassen.

Die Trauer darüber einen kleinen Menschen zu verlieren ist groß, ich will das gar nicht beschönigen. Du siehst das Herz dieses kleinen Wesens schlagen und du weißt genau du wirst dieses kleine Wesen lieben. Ich habe mich so über meine Schwangerschaft gefreut. Sie war geplant und ich war bereit es nochmal zu versuchen. Diesmal sollte meine Schwangerschaft wundervoll werden. Meine erste hatte mir sowohl körperlich als auch psychisch zugesetzt. Die Angst um meinen kleinen Mann war sehr groß, als er noch in meinem Bauch vor sich hin schwamm. Auch meine Geburt war leider nicht schön. Details erspare ich dir. Doch ich war mir sicher mit meinem neuen Körperbewusstsein wird es anders.

Das Herz unseres Babys schlug schon kräftig, als ich es beim Ultraschall beobachtete. Der vertraute Anblick dieses kleinen Gummibärchens auf dem Bildschirm, löste unglaubliches Glück in mir aus. Ich glaube dieses Glück kann wirklich nur eine Mutter oder ein Vater empfinden. Es übertrifft alles. Mir ging es sehr gut. Ich machte fleißig Yoga, atmete in einen weichen Bauch (was mir am Anfang echt schwer viel) und meditierte mit meinem Baby im Bauch. Ich hatte keinerlei störende Symptome und doch sah ich in der 8. Schwangerschaftswoche mein Kind immer wieder behindert auf die Welt kommen. Irgendwie fühlte ich sehr genau, das etwas nicht stimmte. Nach etwa einer Woche traute ich mich es meinem Partner zu berichten. Keine 2 Tage später hatte ich ganz klar das Gefühl, mein 2. Kind wird es nicht gesund auf die Welt schaffen. In der 10. Schwangerschaftswoche ging ich mit ungutem Gefühl und Schmierblutungen zu meinem Frauenarzt. Alle sowohl die Dame am Empfang, als auch die Arzthelferin, sowie der Arzt machten nicht den Anschein, dass ich mir Sorgen machen müsste. Doch irgendwie wusste ich es. Ich hatte es im Gefühl.

Nach etwa 2 Minuten Ultraschall hörte ich den Satz vor dem ich schon in der ersten Schwangerschaft Panik hatte: „Es tut mir leid ich kann leider keinen Herzschlag mehr erkennen.“ Oh mein Gott, ich schien zu fallen. Meine Befürchtungen hatten sich bestätigt. Mein Baby war in meinem Bauch gestorben. Ich habe es tatsächlich gespürt.

Abends auf meiner Yogamatte weinte ich bitterliche Tränen. Ich verabschiedete mich in meiner Meditation von unserem kleinen Engel. So vermischten sich Trauer und Dankbarkeit. Trauer darüber diesen Engel nicht näher kennenlernen zu dürfen und Dankbarkeit dafür meine Yogapraxis zu haben. Ich konnte in dieser Meditation richtige Verbindung zu dieser kleinen weisen Seele aufbauen. Auch wenn sich das jetzt mega esoterisch anhört, aber genau so fühlte es sich an.

Ich konnte mich verabschieden auf meine ganz eigene Art.

Warum hat mir Yoga geholfen?

Trauer in aller Stille verabeiten? Ganz klares NEIN! Für mich war es so der richtige Weg. Für dich kann es einen ganz anderen geben mit Schicksalsschlägen umzugehen. Und ich sage auch nicht, dass ich jetzt bei jedem schweren Schlag immer gleich reagiere. Yoga hat mir geholfen meine ganz persönliche Linie zu finden. Ohne die Erwartungen von Außen zu erfüllen. Durch Yoga fand ich MEINE Weg. Ich wusste und weiß wie ich den Tod meines Babys verarbeiten soll, so dass auch dieser Schritt mich stärkt und nicht an mir zerrt und rüttelt, bis ich gar nicht mehr ich selbst sein kann. All zu oft war das früher der Fall. Deswegen hoffe ich sehr, dass ich und auch andere Yogalehrer/innen es schaffen noch mehr Menschen von Yoga zu begeistern. Es ist so überaus wertvoll und wie BKS Iyengar schon zu sagen pflegte: „Man kann den Wert von Yoga nicht beschreiben, man muss ihn erleben.“

Eure Nina

 

Wie ich meine Trauer mit Yoga verarbeiten konnte!
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